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Es werden Posts vom August, 2019 angezeigt.

Denken und Reden - Reden und Denken

Ich habe mal wieder, wie ich es ab und zu gern tue, in alten Texten von mir gewühlt. Es ist interessant, wie wenig vertraut mancher Gedanke, manche Formulierung, daherkommt, und wie fremd ein solcher alter Text erscheint. Im Studium habe ich mich mit dem Dichter Heinrich von Kleist (1777-1811) und seinem Aufsatz "Über die allmählige Verfertigung der Gedanken beim Reden" befasst. Darin skizziert er ein alternatives Kommunikationsmodell; er stellt heraus, dass die Rede nicht immer die bereits abgeschlossenen, "geronnenen", Gedanken befördert, sondern dem Denken zum Fortschreiten verhilft. Was Kleist für das gesprochene Wort aussagt, nämlich dass es die "Verfertigung der Gedanken" unterstützt, gilt meines Erachtens ebenso für das Schreiben. Als Autor erlebt man es hin und wieder, dass die Geschichte "sich verselbstständigt" bzw. sich von selbst schreibt... das sind die guten Momente :-) Hier eine Darstellung von Kleists Ansatz: [...] 2. De